MinimalistiCalendar Plugin

Ich betreibe ehrenamtlich für verschiedene eingetragene Vereine Webseiten – meistens auf Basis von WordPress, manchmal auch mit dem CodyHouse-Framework. Das ist grundsätzlich super, weil man mit Open Source schnell richtig viel schaffen kann. Aber: Irgendwann kommt der Moment, wo man bei „eigentlich einfachen“ Anforderungen plötzlich an Grenzen stößt. Und dann heißt es oft: Plugin-Abo abschließen, Upgrade kaufen, Jahreslizenz zahlen – für Kleinigkeiten, die man gefühlt in einer Stunde selbst bauen könnte.

Genau das hat mich irgendwann so genervt, dass ich angefangen habe, die ersten eigenen Zeilen Code zu schreiben. Aus „nur mal kurz“ wurde schnell mehr. Und mittlerweile arbeite ich seit etwa einem Jahr an meinem eigenen WordPress-Plugin: MinimalistiCalendar. Die Idee dahinter ist simpel: Ein Kalender soll leicht einzubauen sein, gut aussehen, schnell funktionieren – und ohne teure Abos auskommen. Und zwar so, dass Vereine damit ihren Alltag sauber abbilden können: Termine, Veranstaltungen, Ferien, Feiertage, Stammtische, Sitzungen, Trainings, was auch immer.

Was MinimalistiCalendar inzwischen kann

1) Kalender-Visualisierung (Monatsansicht)

Das Herzstück ist eine klassische Monatsansicht. Standardmäßig wird der aktuelle Monat angezeigt – und du kannst ganz easy vor und zurück durch die Monate blättern. Minimalistisch, ohne Schnickschnack, aber genau so, wie man es in der Praxis braucht.

2) Termine farblich visualisiert

Einträge werden visuell klar dargestellt – inklusive Farblogik, damit man Kategorien und Arten von Terminen schneller erkennt. Das macht den Kalender nicht nur hübscher, sondern vor allem deutlich besser lesbar. Bei Bedarf kann eine Legende angezeigt werden, die dies schnell und übersichtlich darstellt und mir bei vielen anderen Plugins immer gefehlt hat.

3) Eigene Termine per Datei hochladen (CSV oder JSON)

Statt sich durch komplizierte WordPress-Editoren oder Event-Plugins zu klicken, kannst du deine eigenen Termine einfach als Datei hochladen – wahlweise im CSV- oder JSON-Format. Das ist gerade für Vereine praktisch, weil Daten oft sowieso irgendwo in Tabellen gepflegt werden.

4) Eigene Termine als CSV herunterladen

Was reinkommt, soll auch wieder raus können. Deshalb gibt’s einen CSV-Export der eigenen Termine. Damit kannst du Daten sichern, weiterbearbeiten oder einfach sauber archivieren.

5) Zusätzliche ICS-Kalender importieren (Ferien & Feiertage etc.)

Zusätzlich zu den eigenen Terminen kannst du weitere ICS-Dateien hochladen. Damit lassen sich zum Beispiel Schulferien oder gesetzliche Feiertage anzeigen – super praktisch, wenn man Vereinsaktivitäten plant. Als Beispiel eignen sich Kalenderquellen wie ics.tools.

6) Verschiedene Shortcodes für die wesentlichen Funktionen

Alles ist bewusst so gebaut, dass du es flexibel über Shortcodes auf beliebigen Seiten einbinden kannst. Aktuell gibt es diese Shortcodes:

  • Wähle ein Datum mit Ereignissen, um Details anzuzeigen.

    Zeigt den Monatskalender inklusive Tagesdetails.
  • Gibt eine Liste der Termine aus (inkl. optionaler Filter).
  • Legende:

      Zeigt eine Legende zur Farblogik / Kategorien.
    • Zeigt einen Button „Kalender abonnieren“ und kopiert einen Abo-Link.

    7) Terminliste fürs aktuelle Jahr – inklusive Filter

    Neben der Kalenderansicht gibt’s eine Listenansicht mit allen Terminen des aktuellen Jahres. Optional kann man sie filtern – z. B. nach Quelle, Kategorie oder Monat. Das ist besonders hilfreich für mobile Nutzer oder Leute, die lieber eine „klassische“ Terminübersicht haben.

    8) Kalenderabo im RFC 5545-Format (iCal-Abo)

    Der Kalender kann als Abo bereitgestellt werden – technisch sauber im RFC 5545 Format. Das läuft auf den üblichen Plattformen wie iOS/macOS (Apple Kalender), Android/Google Kalender, Outlook und Co. Damit bleiben Nutzer automatisch up-to-date, ohne ständig irgendwo nachschauen zu müssen.

    9) DSGVO-konforme Statistik über aktive Abo-Nutzer

    Und weil ich wissen wollte, ob das Kalenderabo überhaupt genutzt wird (ohne Tracking-Kram), gibt’s eine Statistik-Lösung, die DSGVO-freundlich bleibt:

    Statt personenbezogener Daten wird mit einer anonymen Passphrase gearbeitet. Damit kann man wiederkehrende Aufrufe erkennen, ohne IPs, User Agents oder sonstige Daten zu speichern. Am Ende sieht man z. B. „aktive Nutzer“ im definierten Zeitraum – ohne dass man irgendwen identifizieren kann. Die erstellten URLs die nicht wieder verwendet werden, können mit einem Parameter nach wenigen Tagen (Default = 7 Tage) gelöscht werden.

    Lange Rede, kurzer Sinn

    Aus einer einfachen Idee ist ein richtig schönes Projekt geworden. Eines, auf das ich tatsächlich ein bisschen stolz bin. Ich habe mich dafür mehr als einmal für ein paar Stunden zurückgezogen, Dinge ausprobiert, verworfen, neu gebaut, geflucht – und mich dann gefreut, wenn’s am Ende sauber lief. Und ich bin vor allem dankbar: meiner liebevollen Frau, die mich in dieser kreativen Phase nicht nur ausgehalten, sondern auch unterstützt hat – selbst dann, wenn ich wieder „nur kurz“ was testen wollte und plötzlich zwei Stunden weg war.

    Der nächste Schritt ist jetzt: Veröffentlichung. MinimalistiCalendar wird über GitHub verfügbar gemacht – als Open-Source-Projekt, so wie ich es mir am Anfang gewünscht habe. Für Vereine, für Bastler, für alle, die keinen Bock haben, für jede Kleinigkeit ein Abo abzuschließen. Mehr dazu bald. 😊

    Viele Grüße,
    David